12. September 2011

Mooraal

Es war ein trüber Montagmorgen, als der Mooraal aus seinem Bau kroch, um Drüsen und Chlorophyll einzukaufen. Dunst hing über dem Moor und einige Platinen machten zwielichtige Geschäfte mit den Kaninchen. Der Mooraal aalte in Richtung seiner Einkaufskrabbe, als ihm der Temporaal begegnete, der wie immer zu spät dran war. Trotzdem nahm er sich die Zeit, für ein kurzes Gespräch mit dem Mooraal, da es um eine wichtige Angelegenheit ging.
Der Temporaal hatte bereits vor einigen Wochen seinen Kaktus bei einem Konzert der Monologaffen im sumpfigen Teil des Moores verloren und konnte – oder wollte – ohne diesen nicht leben. Also bat er den Mooraal nun darum, diesen wiederzufinden. Schließlich hatte der Mooraal ja schon letzten Sommer den Ohrring des Atomorbitaals wiedergefunden, den dieser an der Raststätte verloren hatte. Der Mooraal aß etwas Lakritz und stimmte dann zu. Schließlich hatte der Temporaal neulich seinen Rasensprenger lackiert und deshalb noch einen gut. Der Mooraal nahm noch eine kurze Beschreibung des Kaktus entgegen (grün, stachelig), salutierte vor einem Pilz und machte sich auf den Weg zum Sumpfmoor.
Er hatte gerade einmal den Lattenrost überquert, als der Globaal ihn erspähte. Der Globaal warf mit einem Stück Lanthan und ging auf Fuchsjagd, um die Aufmerksamkeit des Mooraals zu erlangen. Als dieser ihn bemerkte, verwickelte der Globaal ihn in ein Gespräch über Treckerreifen (pro oder contra?) und machte ihm ein unmooraalisches Angebot. Der Mooraal sollte, da er ja sowieso auf dem Weg zum Sumpfmoor war, einige Silikate über die Grenze schmuggeln und diese bei Aal Bundy abliefern. Im Gegenzug würde der Mooraal etwas Kontakt und ein Methylisothiazolinon erhalten. Der Mooraal versuchte dem Globaal zu erklären, dass Schmuggel in einer Zollunion unsinnig sei, aber der Globaal erzählte nur weiter von seiner Mooszucht und jonglierte mit Filzstiften. Genervt stimmte der Mooraal schließlich zu.
Er nahm noch eine Hand voll Zucker, stieg auf den Angebot und ritt in Richtung Parkplatz. Bis dahin hatte er längst vergessen, dass er Rasierschaum kaufen wollte. Er programmierte seinen Reciever bis zur Grenze und laichte unter einem Büschel Gras, bis er den Treffpunkt bei einem kleinen Pizzalokal erreichte. Er schnäuzte leicht in eine Ausgabe der Frankfurter Rundschau (das vereinbarte Zeichen) und übergab die Schmuggelware an einen Schnurrbart.
Von der Last befreit montierte der Mooraal einen Rauchmelder und setzte sich auf einen Kaktus am Wegesrand, um ein wenig zu entspannen. Er grüßte einen vorbeikommenden Portaal, der sich öffnete und einen Weg in eine Paralleldimension aus Fruchtgummi freigab. Dort lebte der Mooraal bis zum Wochenende, bis er schließlich zu seinem Bau zurückkehrte. Ohne Chlorophyll.

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