27. Mai 2012

Botanischer Garten

Bei allerfeinstem Wetter entschied ich mich heute, einmal den Botanischen Garten in Kiel aufzusuchen. Eigentlich peinlich, dass ich bisher erst ein Mal dort war; Schließlich ist er doch schon zu Fuß in kurzer Zeit erreichbar.
Und da ich mein Haus natürlich nie ohne Kamera verlasse, möchte ich meine Leser gerne an diesem Ausflug Teil haben lassen.

Bei meiner Ankunft musste ich zunächst entsetzt feststellen, dass Ida ihr Namensschild auf der Bank vergessen hatte:
Ich brach kurz in Panik aus und musste mich zusammenreißen, um nicht zu hyperventilieren. Ich schaffte es nach einer Weile, mich zu beruhigen, indem ich mir vorstellte, dass Ida bestimmt nicht mit nur einem einzigen Namensschild unterwegs war und noch einige in Reserve angeheftet hat.

Nach dem Schockerlebnis wurde ich zum Glück doch noch botanisch begrüßt:

Schnellen Schrittes bewegte ich mich schnurstracks in Richtung der Gewächshäuser.
Dort begann ich in der ariden Klimazone, um ein wenig gedörrt zu werden.

Im ariden Klimaabteil wächst viel Bodennahes auf kiesigem Substrat:

Kakteen!
Ganz viele!

Erfreut fiel mein Auge auf Pachyphytum oviferum:
Ein Pflänzchen, dass auch auf meiner Fensterbank seine Blütenangel auswirft:
Es ist immer schön, alte Bekannte zu treffen.

Eine kleine Kaktee hält eine Blüte hoch, die fast so groß ist, wie sie selbst.
Sie sieht fast aus wie ein dickes Kind mit einem zu kleinen Regenschirm.

Orangene Doppelblüte:

Irgendwie schien da so fast alles am blühen zu sein:
Im ariden Klima ist wohl auch gerade Frühling.

Als nächstes ging es in das ziemlich schwüle Tropenklima, an dessen Eingangstür ein etwas kurioses Hinweisschild darauf verwies, dass man die Tür nicht offen stehen lassen soll, da sonst die Wachteln entweichen würden.
Ja, genau das dachte ich auch.

Aber tatsächlich wurden in dem Klimahaus einige Chinesische Zwergwachteln ausgesetzt. Sie tummeln sich in Bodennähe im Unterholz und verspeisen dort insektoformes Ungeziefer:
Und sind einfach ungeheuer niedlich.
Und flitzen umher:

Etwas über den Wachteln auf Augenhöhe hingen flauschige Girlanden von den Bäumen, die sich offenbar als Blüten getarnt hatten:
Und sie verbreiteten unverkennbare Partystimmung.

Im nächsten Raum erwartete mich dann das zumindest moderat kühlere Nebelwaldklima.
Im Nebelwald-Mikroklima sah er. Er sah, sah eine Landschaft, ein tropisches Sumpfgebiet unter dickdunstigem Himmel, feucht, üppig und ungeheuer, eine Art Urweltwildnis aus Inseln, Morästen und Schlamm führenden Wasserarmen, -sah aus geilem Farrengewucher, aus Gründen von fettem, gequollenem und abenteuerlich blühendem Pflanzenwerk haarige Palmenschäfte nah und ferne emporstreben, sah wunderlich ungestalte Bäume ihre Wurzeln durch die Luft in stockende, grünschattig spiegelnde Fluten versenken, wo zwischen schwimmenden Blumen, die milchweiß und groß wie Schüsseln waren... Aber genug davon.
Und wenigstens einmal im Leben Thomas Mann zu zitieren...

Im Wasser tummelten sich auch zumindest zwei Wasserschildkröten, die dort ihre Schilde kröteten:
Eine versteckt sich zur Aufnahmezeit im Wasser.

Als ich nach einiger Zeit genügend vom Schweiß durchfeuchtet war, begab ich mich wieder hinaus in die relative Kühle des Sommertages.

Im Freien erklomm ich dann noch den aufgetürmten Steinhügel, der mit alpiner Flora des gesamten Globus bewuchert ist.
Die Fauna kriecht dort unterwürfig am Boden herum und wirft ab und zu bunte Blüten aus:

Die Verwegenen unter ihnen strecken sich auch weiter gen Himmel:

Hier die Bepflanzung in voller Pracht:

Auch in sukkulent mit gelber Blüte:

Und zu guter Letzt lief mir noch eine kleine Babygrille über den Weg, die verschüchtert auf dem Weg sitzen blieb:
*zirp*

Und damit ging es dann wieder nach Hause.

Dinge, die jemand vermissen könnte XXXIV

Heute mit einer kleinen Tassenedition.

Eine einsame Weihnachtsmarkttasse:
Würde ich persönlich nicht vermissen, aber vielleicht haben andere Leute ja einen ausgefalleneren Geschmack als ich.

Diese Blutspendetasse hingegen würde wohl jeder vermissen:
Ich hatte allerdings immer gedacht, dass man das Blut in einem Beutel oder so sammelt.

26. Mai 2012

Markus 1,16-17

Als er aber am Galiläischen Meer entlangging, sah er Simon und Andreas, Simons Bruder, wie sie Netze ins Meer warfen; denn sie waren Fischer. Und Jesus sprach zu ihnen: Folgt mir nach; ...

a) ich will euch zu Fisher-Price Spielzeug machen!
b) ich will euch zu Mitgliedern der Fischer-Chöre machen!
c) ich will Fisherman's Friend mit euch erfinden!
d) ich will euch zu Menschenfischern machen!
e) ich will Fischer-Dübel aus Polyamid herstellen!

25. Mai 2012

Ausflug

So begab es sich also, dass ich heute Nachmittag eine schöne Ausfahrt mit Owyanna, Flommsch und Jochen veranstaltet habe. Erbaulicherweise hat Owyanna bereits einen Reisebericht veröffentlicht, aber ich selbst lasse es mir auch nicht nehmen, meine Leser teilhaben zu lassen.
Die Fahrt führte nach eiskalter Abschmetterung des Erstvorschlages in Richtung Norden nach Eckernförde und weiter auf die schöne Halbinsel Schwansen.

Der Eckernförder Hafen wird offenbar von Rechtschreibgenies besucht:
Oder von Leuten, die diesen Lichtpoller für einem Hasen ähnlich halten.

Horch, was lauert dort im Grase?
Ein Flommsch.
Perfekt getarnt liegt er auf der Lauer und lauert dort auf etwas.

Jochen hat trotz seiner schweigsamen Art einen neuen Freund gefunden:
Gemeinsam genoss man den sonnigen Tag am Meer.

Jochen fragt sich oft, ob das Meer wohl alle Antworten auf alle Fragen der Erde hinter dem Horizont verbergen würde:

Langhälse unter sich:

Ein Nagel im Staub:
Wie kommt er dort hin? Was wird er dort tun? Und warum?
Mit dem Bus. In Berufung gehen. Weil dorsale Stammzellen es so verlangen.

Einladend ergrünter Feldweg:

Zerpustet:
Oder auch vom Winde verweht.

Bankgeheimnis:

21. Mai 2012

gelb 02

Mehr Gelblichkeiten:



Reste - Dezember 2010

Nach einiger Abwesenheit ist es mal wieder Zeit für ein paar leckere Reste. Aus dem Dezember 2010, um genau zu sein.
Bei den derzeitigen Temperaturen freut sich der eine oder andere ja vielleicht über eine kleine Abkühlung. Der Dezember 2010 war bei uns nämlich ungewöhnlich schneereich. Das mag vielleicht noch nichts bedeuten, da ein Winter mit drei Schneeflocken hier schon ungewöhnlich schneereich ist. Aber dieser war wirklich ungeheuer schneeig.

Der Blick von der Gartenpforte an einem sonnigen Schneetag:

Auffrischender Wind:
Er treibt den ganzen Schnee auf die Straßen in der Umgebung.

Dieses war der Auftakt einer ausdauernden Schneewanderschaft von meinem Bruder und mir. Die kalte, stürmische Apokalypse konnten wir uns nicht entgehen lassen.

Wer hat Lust, sich einen Moment zu setzen?

Gebeutelte Feldfrüchte:

Wandertag nach Schubystrand:
Wir sind dann doch lieber rechts davon durch den Wald gestiefelt. Da gab es etwas Windschatten.

Die stapfende Gestalt ist mein Bruder:
Da er nicht zu erkennen ist, möge er mir die Veröffentlichung verzeihen.

Mit meiner Jacke konnte ich Schneef locken.

Die gepeitschte Ostsee:
Getrieben von ihrer ewigen Gier nach ein paar weiteren Zentimetern Land.

Die mittlerweile abgerissene DLRG-Pyramide:
Der Neubau mag modern und praktisch sein, aber er hat keinen Charakter.

Der Blick vom Hotel auf die Klinik:
Und hinter ihr nur das tosende Meer. Und dahinter Dänemark. Unendlich weit.

Die Unwirtlichkeit meines Heimatortes:

Wir kehrten unversehrt zurück.

So'n Untergang:

Da hat wohl ein Politiker sein Profil verloren:

Einsame Lichter in der Düsternis einer kalten Dezembernacht:

Sogar das Licht wurde nach einer Weile kalt:

Alle Schneewege führen nach Norden:

Nicht ohne mein Geäst: