31. Dezember 2012

Fundphotos II

Nun, wie bereits angedroht, folgen heute weitere Fundphotos aus der umfangreichen Sammlung meiner Großeltern.

Beginnen wir mit dem Offensichtlichen:
Wer ist man schon als Mensch, wenn man nicht einmal im Leben die Rückseite seines Hauses photographiert? Ist es nicht die heilige Pflicht als Mitglied unserer Gesellschaft, zu warten, bis die Sonne die Westseite unseres Anwesens küsst, um dann einen Detailausschnitt auf Zelluloid zu bannen?
Vermutlich nicht.

Fischgemetzel:
Ein ausnehmend interessantes Photo. Der harte Alltag der Landbevölkerung. Am Vormittag den toten Fisch vom Feld sensen, um ihn sogleich in der Küche zu stückeln und zu entleeren, dass er der Nährung der Verwandtschaft dienen mag. Einfachere Zeiten.

"Juni 1969 Bad Segeberg":
Das zumindest ist die anbiedernde Behauptung auf der Rückseite. Recht vollmundig für die Abbildung eines alten Mannes, der im Park lustwandelt. Vermutlich sucht dieser Fremde nur Zerstreuung und ein Fleckchen Ruhe nach der verschleißenden Unbill des tägliches Überlebenskampfes und plötzlich taucht er hier auf. Was soll das nur?

"Der Photograph ist in der Stadt. Holt die Ziegen raus.":
Ziegen, die nicht still halten wollen. Wer kennt das Problem nicht?
Sicher die Benutzer dieses wohlerzogenen Tieres:
Still und ruhig steht das stolze Huftier in den Felsen und wartet geduldig, bis eine verwackelte Aufnahme im Kasten ist. Da kann sich der Lemur auf meinem Dachboden ruhig mal ein Beispiel dran nehmen.

Karnickelstolz:
Mit ehrlicher Begeisterung präsentiert diese Frau eine Kiste voller Langohren. Ein Anblick, der dieser Tage leider allzu selten geworden ist. Wahrscheinlich ist es die Farbe, die mit der Moderne Einzug gehalten hat, die diese gedungenen Tiere verstört, so dass sie kaum noch den Labskaus verlassen.

Doch genug vom hoppelnden Landleben vergangener Zeiten . Der Jahreswechsel naht. Ein Fest, dass nach alter Tradition mit Wunderkerzen und ohne Blitz gefeiert wird:
Lustige Hüte sind in Schwansen schon seit 1352 gesetzlich vorgeschrieben:
Der Kapitän gebietet gütig über die Massen.

Heutzutage mag man feiern, so hart und kompromisslos auch immer man kann, aber niemals kann man die Coolness der vergangenen Tage erreichen.
Begleitet für einen Augenblick diese jungen Leute in die (50er oder so?):
Eine Zeit, in der man noch wusste, wie man eine anständige Party feiert.
Mit sitzen. Und so aussehen, als wäre gerade Mittwoch Vormittag:

In diesem Sinne:
Einen freundlichen Jahreswechsel an alle Leser.

30. Dezember 2012

Dinge, die passabel sind

Dinge, die passabel sind:

- geräucherter Lachs
-10°C
- Linoleum
- Erbsen und Möhren aus der Dose
- Brennnesseln
- der Film "Surrogates"
- die Darstellung von Steinzeitmenschen in Film und Fernsehen (Ausnahmen bestätigen hier die Regel.)
- Bockwurst
- dunkelgrün
- Dackel
- Zugreisen
- das Jahr 1722
- mein stets improvisiertes Rezept für Pfannkuchen
- auf dem Boden liegen und die Decke anstarren
- Buchen
- Musik von Hall & Oates
- Laub
- Chips

27. Dezember 2012

Fundphotos

Es begab sich nun, dass ich zu den Feiertagen (Ja genau. DIE Feiertage. Nicht irgendwelche.) den Heimathof aufsuchte, um mich mit Nahrungsbrei vollzustopfen und mit zusammengekniffenen Augen zu ergründen, ob ich denn meine Blutsverwandtschaft überhaupt noch erkenne. (Die meisten erkannte ich. Einige hielt ich nur deshalb für legitim, weil sie von den Katzen akzeptiert wurden.)
Und wie es nun an langen, dunklen Dezembernachmittagen so ist, grub die Langeweile Photoberge aus. Und hier handelte es sich im Speziellen um Photoberge aus der Erbmasse meiner Großeltern, zusammengetragen aus diversen Schränken, Kommoden und Schubladen.
Viele alte Photos von damals, früher und aus alten Zeiten. Feste, Alltagsleben und viele ferne Verwandte, die mein Vater häufig noch mit Mühe identifizieren konnte. Es war hervorragend.
Und wie ich nun ein ums andere Photo meinem Auge zuführte, so konnte ich nicht anders, als eine Anzahl von ihnen an mich zu nehmen, um sie schließlich in den hungrigen Schlund des Scanners zu werfen und sie mit meinen Lesern zu teilen. Ich habe eben ein großes Herz.

Diese erste Ausgabe enthält das, was in unseren digitalen Zeiten wohl größtenteils dem Ausschuss zugeteilt würde. In analogen Zeiten war das natürlich noch anders. Was einmal den Film benetzt hatte, wurde entwickelt und auf Cellulose gebannt. Erst dann konnte man schließlich die Qualität beurteilen. Und meinen Fundstücken nach zu urteilen, machte man sich dann auch nicht mehr die Mühe, auszusortieren.

Nach dem Geschwafel aber nun ohne weitere Umschweife zu meinen Funden.

Der Blick aus dem Obergeschoss in Richtung Norden:
Nichts scheint wirklich im Fokus, außer vielleicht dem Existenzialismus selbst. Der Horizont kippt gefährlich gen Westen und wird dereinst die Farmmaschinen von der Erdoberfläche werfen, wie Schachfiguren von einem herabstürzenden Brett.

Ein trüber Wintertag:
Der Fensterrahmen schiebt sich mit aller Gewalt ins Bild, gerade so, als wollte er uns alle an unsere eigene Vergänglichkeit erinnern.
Ein feiner Schneefilm bedeckt den kargen Boden Schwansens. Vom hartnäckigen Bewuchs ist er bereits herabgeschmolzen. Es scheint trist, grau und egal. Aber doch war es eine Photographie wert.

Aug. 89:
So schreit zumindest die Kehrseite dieses Lichtbildes. Es ist der immerwährende Fußweg in unserem Garten. Am rechten Rand scheint die radioaktive Strahlung den Film zu bleichen. Im Hintergrund ist das Treibhaus zu erkennen. Der Weg ist heute aus Waschbeton.
Dieses Photo gefällt mir ganz besonders. Es scheint die Stimmung eines heißen Sommernachmittages meiner Kindheit perfekt einzufangen. Strahlend.

Es folgt eine Reihe von Aufnahmen, die offensichtlich von meiner Oma aufgenommen wurden, die, nach den Schilderungen meiner Eltern, ein großes Talent darin war, recht innovative Blickwinkel zu finden.

Kopfloser Tanz:
Das Muster des Kleides ist vielleicht fragwürdig. Der Schnitt des Anzuges ganz bestimmt.
Wer? Wo? Wann? Fragen, auf die nur Forensiker Antworten finden können.

Kopfloser Tanz II:
Ist das der Anflug eines Lächelns auf dem Gesicht der Frau? Oder gar Missbilligung? Gülte diese dem Photographen? Oder gar dem Tänzer? Wer kann es schon sagen?

Düsternis:
Wurde der Blitz vergessen? Oder hat man ihn nicht eher absichtlich abblitzen lassen, um das Dunkel der Geschichte in einem karierten Hemd abzubilden?

Hochzeit:
Ein Symbolbild für die kopflos überstürzte Vermählung von zweien, die einander liebten.
Ihre Beziehung am besten illustriert durch diese Detailaufnahme einer Laterne:
Ein helles Licht der Liebe, das man tagsüber offenbar nicht einschalten muss, da es ja sowieso schon hell ist.

Strahlend grau:
Was barg der bewölkte Himmel, dass er abgelichtet werden musste? Oder war es der Baum, der so wichtig war? Oder hat da etwa schon vor langer Zeit jemand Instagram erfunden? Man weiß es nicht.

Versammlung:
Im Fokus steht, wie es sich gehört, der Hinterkopf der Wortführerin am Kopfe des Tisches. Gebannt schauen die Zuhörer von ihr weg, scheinen sie gleichsam zu ignorieren und ihrerseits in Gespräche vertieft.
Ein oberflächlicher Beobachter hätte den Fokus auf die Masse gelegt. Hier war aber ein tiefsinniger Geist am Werk.

Das waren also meine Photofundstücke. Bei Bedarf gerne mehr.

24. Dezember 2012

24

Und heute im Adventskalender:
Jochen der Weihnachtsflamingo:
Er kommt abends in alle Häuser und bringt denen, die brav waren, bunte Stalagmiten und Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffe. Im Tausch dafür verlangt er nur Kekse und Senf.

Frohe Feiertage!

23. Dezember 2012

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Und heute im Adventskalender:
Dinosaurierkekse!
Die Formen sind jetzt schon mein liebstes Weihnachtsgeschenk.

Featuring einige Eulen und Pilze:

21. Dezember 2012

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Und heute im Adventskalender:
Ein erstes Obergeschoss voller Menschen, die einen Schlaganfall haben und/oder versuchen mit möglichst weit geschlossenem Mund zu schreien:

20. Dezember 2012

20

Und heute im Adventskalender:
Ein Relikt aus leuchtenderen Tagen:

19. Dezember 2012

19

Und heute im Adventskalender:
Der Kapitän im Kampf gegen seinen ärgsten Feind, den Riesenhummer:

18. Dezember 2012

16. Dezember 2012

15. Dezember 2012

15

Und heute im Adventskalender:
Eine schlecht getarnte Fernwärmeleitung:

14. Dezember 2012

13. Dezember 2012

12. Dezember 2012

12 - Weihnachtsdekoration

Und heute im Adventskalender:
Die aufgefrischte Weihnachtsdekoration (Jetzt mit festlichem Touch.):

10. Dezember 2012

10

Und heute im Adventskalender:
Die Erinnerung an die Winterphase vor dem grauen Matsch:

9. Dezember 2012

9 - Des Nachts

Und heute im Adventskalender:
Photos aus der kalten Nacht.

Frostige Weihnachtshütte:

Kanallichter:

8. Dezember 2012

7. Dezember 2012

6. Dezember 2012

6 - Schneeschnecke

Und heute im Adventskalender:
Eine Schneeschnecke, die schüchtern ihre Fühler aus dem Schnee streckt:

5. Dezember 2012

5

Und heute im Adventskalender:
Ein fast neues Fahrrad mit leichten Gebrauchsspuren:

4. Dezember 2012

4

Und heute im Adventskalender: Ein Suchspiel.
Wo ist das Fundstück?

Update:
Okay, da wohl niemand ernsthaft mitspielen wollte, hier die Auflösung:
Das Fundstück ist der Handschuh in der Hand der Skulptur:
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.

3. Dezember 2012

2. Dezember 2012

2 - Fleisch? Gemüse?

Und heute im Adventskalender: Dieser Einkaufszettel, den ich gestern im Supermarkt fand:
Interessant finde ich die Erkenntnis, dass "Toast" offenbar nicht Teil von "Brot" ist.

1. Dezember 2012