14. November 2014

Hollister III

"Hollister, verkaufen sie unter der Hand Mauspads mit aufgedruckten Tatortphotos?" Hollister zuckte zusammen und ließ sich reflexartig auf den Boden fallen. Er sah sich verstohlen um und kroch dann wurmartig hinter ein paar Schreibtischen entlang, um den Blicken des Chiefs zu entkommen. Irgendjemand hatte ihn verpfiffen. Wenn er die Mauspadsache zugab, würde er die Einnahmen sicher auch versteuern müssen und dann konnte er die neue kasachische Kokosnusspresse vergessen. Er musste sowieso in die Gerichtsmedizin. Er begab sich zu seinem Auto, wobei ihm erst auf dem Parkplatz auffiel, dass er immer noch wie ein wirbelloses Tier am Boden robbte. Er stand auf, schüttelte einige Blätter, die größten Insekten und einen Laib Brot von seinem Mantel und stieg in seinen Dienstwagen. Auf dem Weg zur Gerichtsmedizin dachte er noch einmal über den Fall nach. Ein junger Mann war tot auf seiner Straußenfarm gefunden worden. Über die Details war Hollister nicht auf dem Laufenden, da er die ganze Zeit mit den Straußenküken gespielt hatte. Die waren echt niedlich. Er hatte zwei Küken unter seinem Hut mit nach Hause geschmuggelt. Sie wohnten jetzt unter seiner Spüle. Vielleicht konnte der Gerichtsmediziner ja mehr sagen.
Mit einem Trinkpächen Orangensaft in der Hand stieß Hollister die Tür zur Leichenhalle auf. "Hey Doc!", rief er dem Pathologen zu. Dabei stellte er sich vor, dass dieser es gar nicht mochte, wenn man ihn Doc nennt und musste schmunzeln. Tatsächlich war es ihm egal. "Hollister. Ich dachte, wir hatten uns geeinigt, dass ich ihnen den Obduktionsbericht zuschicke und sie mir nicht mehr meine Zeit stehlen.""Der gute alte Doc.", dachte Hollister und fummelte an einer menschlichen Leber herum, die auf einem Tisch in einer Edelstahlschale lag. "Fassen sie das nicht an!" Hollister glibbte. "Doc, sie alter Schelm. Woran ist denn unser Opfer gestorben?" "Hollister, könnten sie vielleicht einmal professionell sein? Wir sind hier nicht beim Tatort." "Entschuldigung." Hollister setzte sich seine Augenklappe auf, um professioneller zu wirken. Bei Piraten funktionierte das. Der Pathologe sah ihn mit gespielter Verachtung an. Hollister mochte diese kleinen Neckereien. Doc hatte sogar schon mal aus Jux eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen ihn eingereicht. Ein echter Witzbold nach Hollisters Geschmack. Doc schüttelte den Kopf und begann, ihm im Detail die Obduktionsergebnisse zu erklären. Todesursache, Zeitpunkt des Todes, toxikologische Untersuchung. Hollister hörte nicht zu. Er dachte nur an seine Straußenküken.

5. November 2014

Photos (Herbst)

Eine Art Strand:

Herbst:

Hauptsächlich grün:

Da ist die Sonne:

Ohne Relevanz:

Schuppentier:

Herden am Horizont:

Onkel Rainer aus Dithmarschen: