19. Dezember 2014

15. Dezember 2014

Plätzchen

Wenn es um Adventszeit geht, denke ich unweigerlich an Plätzchen. Vor allem, weil Plätzchen super sind. Und weil die Weihnachtszeit sonst außer Einkaufen und Schneeregen nichts zu bieten hat. Die besten Plätzchen macht natürlich Mama (Vor allem die besten Zimtsterne.), aber zu meinen liebsten Plätzchenerinnerungen zählen die Jahre in der Grundschule. Damals war Schule noch gut, weil ich alle schlechten Erinnerungen an die Zeit längst verdrängt habe. Dort haben wir jedes Jahr Anfang Dezember mit der Klasse ein großes Plätzchenbacken veranstaltet. Wir haben uns in der Schulküche, die dem Hauswirtschaftsunterricht diente, unter der Aufsicht freiwilliger Elternteile (Mütter. Ich würde gerne eine super emanzipierte Geschichte erzählen, aber es waren die 90er, es war auf dem Land und Männer haben ihren Kindern nicht das Backen beibringen können, weil sie nicht backen konnten, weil sie auf dem Land Rehe droschen und männlich waren.) versammelt und einen ganzen Tag lang Plätzchen ausgestochen, gebacken und natürlich verziert, was so ziemlich das Beste an diesem Prozess war. Wir haben alles mit Zuckerguss vollgeschleimt und mit Zuckerstreuseln, Schokolade, Zuckerherzen und bunten Perlen beschmissen, bis wir bis zu den Knien in einem bunten Zuckerbrei standen (Hier übertreibt der Autor evtl. etwas.). Das Ergebnis waren für gewöhnlich zwei riesige, verschließbare Bottiche voller Weihnachtsplätzchen, die in einem Schrank im Klassenzimmer deponiert wurden, und zwar nur zu einem einzigen Zweck: Wir konnten uns daran laben. Immer wieder zum Stundenbeginn durfte sich jeder einen Keks nehmen und jeden Tag gab es eine Vorlesestunde. Da wurde das Licht ausgemacht, so dass nur fahles Dämmerlicht (In Schleswig-Holstein geht die Sonne im Dezember erst um 12:30 auf. und um 13:30 wieder unter. Man trinkt viel.) und die Kerzen des Adventskranzes den Raum erhellten und der Lehrer las zwei oder drei Kapitel aus einer Weihnachtsgeschichte vor, während ein Trog voller Plätzchen die Runde machte und wir Schüler uns die Bäuche voll schlugen. Das war gut. Am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien gab es dann auch noch ein wie aus dem Nichts aufgetauchtes Knusperhaus (Echt, ich weiß nicht, wo das her kam. Vielleicht hatten Wölfe es groß gezogen.), das wir im Klassenzimmer schlachteten und mit mehr Plätzchen verdünnt in unsere kleinen Körper zwangen. Übergewichtige Kinder gab es damals noch nicht. Ich hätte jetzt gerne ein paar Plätzchen.