31. Januar 2015

Schmelzende Himbeeren

Mir fiel heute ein, dass ich im Sommer eine Packung gefrorene Himbeeren fast drei Stunden lang beim Schmelzen gefilmt habe. Das war super.

27. Januar 2015

Einkaufszettel

Ich fand diesen Einkaufszettel gestern in meinen Unterlagen. Ich hab keine Ahnung, wann und wo ich den mal aufgelesen habe.
Egal. Zur Analyse:

 - Sonnencreme: Sonnencreme ist eine Art Creme, die in Rumänien aus gedörrten Sonnen gepresst wird und als Heilmittel gegen behaarte Arme vermarktet wird. Hier kann ich vor dem Einkäufer nur meinen Hut ziehen. Gute Wahl.

 - Essen: Essen gilt in vielen Kulturen als das tägliche Brot der hungrigen Massen. Essen wurde im 16. Jahrhundert von dem Elsässer Uhusammler Jacques Wurm erfunden und ergänzte schon bald darauf das Trinken als Zeitvertreib zwischen den Schichten in der Fabrik und erfreut sich auch heute noch großer Beliebtheit, vor allem in den skandinavischen Ländern. Essen kann u.a. Mehl, Fichtenrinde, Hühner, Salmiak und Wachs enthalten.

 - Sarfe: Als Sarfe bezeichnet man die Mischung aus Schnee, Sand und Hundekot, die sich im Winter im Profil von Schuhen ansammelt. Viele Benutzer kaufen bereits in den Sommermonaten größere Mengen davon und lagern sie im Keller ein, um auch in milden Wintern nicht darauf verzichten zu müssen. 14,99/kg.

 - Rülltüten: Rülltüten sind Tüten, in denen man Rüll sammelt.

 - Rasiersaa~~: Dies illustriert die klassische Situation, in der der Verfasser dieser Zeilen, während er das Wort "Rasierschaum" aufschreiben wollte, plötzlich von einer Horde Orks überfallen und außer Gefecht gesetzt wurde. Die Wellenlinien zeigen, dass der Schreiber die Feder noch stur in der Hand hielt, während er davon gezerrt wurde.

 - Shampoo: Shampoo ist das neue Allheilmittel der Mittelschicht. Als Ersatz für Feuerzeugbenzin, Fugenreiniger oder Ketchup wird das günstigere Shampoo mittlerweile im Haushalt eingesetzt

 - Toilettenpapier: Aus einer bekannten Fernsehwerbung wissen wir, dass Toilettenpapier hauptsächlich aus Schwedischen Urwäldern hergestellt wird, was der Gorillapopulation dort schwer zusetzt. Der Einkäufer sollte sich was schämen! Die armen Gorillas.

 - Cranberry: Eine einzelne Cranberry scheint auf den ersten Blick aus ausgesprochen grotesker Posten auf einem Einkaufszettel zu sein. Auf den zweiten auch.

 - Kapseln: Es kann nie schaden, ein paar Kapseln im Haus zu haben.

 - Spüli: "Spüli" ist hier vermutlich die Kurzform von "Spülmittel". Dieser "Slang"-Ausdruck wurde in den frühen 20er Jahren von dem Mathematiker Ortwin Lachs geprägt, der es mochte, wenn Worte auf "-i" enden. Ortwin Lachs verschwand im März 1931 spurlos in einer Senffabrik, aber seine Worte leben bis heute weiter. Naja. Eines zumindest.

 - Nagelludeentferner: Keine Ahnung. Was ist ein Nagellude?

 - Yalta-Maschine: Die Yalta-Maschine ist ein geheimnisvoller Apparat, der in den 60er Jahren von sowjetischen Wissenschaftlern in dem Ort Yalta auf der Halbinsel Krim in einem Hobbykeller entdeckt wurde. Das Militär wurde durch ungewöhnliche Radarsignaturen auf den Standort der Maschine aufmerksam. Sofort wurde ein Sicherheitsbereich abgesperrt und ein wissenschaftliches Spezialkommando wurde entsandt, um die Anomalie zu untersuchen. Man hat nie wieder von ihnen gehört. Heute steht an der Stelle ein Burger King. Der Keller ist meistens abgeschlossen.

 - Wäsche: Der moderne Mensch schwört auf Wäsche. In einem bizarren Kreislauf wird die Wäsche einige Wochen lang in einem feuchten Behälter neben der Dusche fermentiert und anschließend in einer autonomen Reinigungsmaschine mit heißem Wasser und Reinigungsmitteln gesäubert. Danach reiben Individuen die Wäsche einige Zeit an ihrem Körper, um sie erneut mit Bakterienkulturen zu impfen, woraufhin der Fermentierungsprozess aufs neue gestartet wird. Der genaue Nutzen dieser Vorgänge ist Wissenschaftlern bis heute unbekannt.

11. Januar 2015

Auswandern

Ich bin immer wieder fasziniert von Auswanderer-Dokus im Fernsehen. Dort trifft man einen Grad an Naivität und Realitätsferne, den man sonst nur von Leuten kennt, die eine Ausbildung zum Clown machen, weil sie denken, dass man damit Kinder zum Lachen bringen kann.
Gerade eben erst sah ich eine Frau, die überrascht von dem bürokratischen Aufwand in Kanada war, den sie so nur aus Deutschland kannte. Denn natürlich wissen wir alle, dass es in Kanada weder Gesetze noch Bürokratie gibt. Kanada ist quasi der wilde Westen. Wo immer einem der Planwagen nieder bricht, baut man sein Blockhaus und beginnt im Rinnstein Gold zu schürfen. Visum, Aufenthaltsgenehmigung, Steuern, ... All das gibt es nur im rückständigen Europa. In Kanada werden die Straßen von Ameisen gebaut und ein Bündnis gegen die Germanisierung von Saskatchewan hat sich noch nicht formiert.
Kanada ist ja auch das Lieblingsziel von sogenannten "Aussteigern", die sich eine alte Farm im Nirgendwo andrehen lassen und ihren Strom aus altem Kohl und Steinen selber machen, damit sie einmal die Woche E-Mails an ihre Verwandten in der Heimat schreiben können, um ihnen zu versichern, dass sie jetzt sehr frei sind. Natürlich haben solche Leute immer kleine Kinder, von denen sie instinktiv wissen, dass die liebend gerne wie die Amische aufwachsen wollen. Der kleine Jesaja kann im zarten Alter von sieben Jahren schon alle Tierstimmen aus der Umgebung perfekt nachahmen. Kein Wunder. Es ist ja kein anderer da, mit dem er reden kann.
Wenn du aussteigen willst, dann mach es doch einfach wie Öff Öff. Schicke dem Bundespräsidenten deinen Personalausweis und sammle Beeren in der Lüneburger Heide.
Ich liebe auch die obligatorische Szene, in der die Auswanderer einen gut besuchten, touristischen Aussichtspunkt an einer Fernstraße aufsuchen und sich darüber freuen, wie groß und offen das neue gelobte Land doch ist. Alles ist so frei und wilde Natur und man kann bis zum Horizont gucken. Geht doch mal nach Husum. Von da kann man an klaren Tagen auch bis nach Seattle gucken. Und es gibt dort keine Bären, die einem im Schlaf das Gesicht wegnaschen.
Und wer muss schon englisch lernen, wenn er in die USA zieht? Schließlich hatte man auf der Realschule immer eine 4 in der Fremdsprache. Die guten Menschen in Texas verstehen einen sicher auch ohne th. Immerhin kann man hier machen, was man will. Das geht in Deutschland ja nicht, da gibt es für alles Regeln und Gesetze. In Texas kannst du dir einfach ohne Baugenehmigung dein Haus in die Prärie zimmern und deine Nachbarn einfach mit einem Schraubenschlüssel erschlagen und ihre Herzen essen und ihr Haus übernehmen, nachdem dein eigenes von einem Tornado weggefegt wurde, ohne dass jemand was sagt. Und jeder hat eine Waffe und brennt nur darauf, dich in deinem Wohnzimmer niederzuschießen. Ist ja alles erlaubt. Das ist noch Freiheit.
Natürlich braucht man im Ausland auch einen Plan zum Geld verdienen. Was liegt da näher als eine deutsche Bäckerei in einem ärmlichen Fischerdorf in Mexiko? Die Idee ist narrensicher. Es gibt dort niemanden, der deutsches Brot kaufen möchte. Eindeutig eine Marktlücke. Ich baue demnächst auch einen Streichelzoo mit Eulenvoliere auf Spitzbergen. Die Leute werden mir die Tür einrennen.