16. März 2015

Photos

Viertel:

Große Reise:

Verkehr:

Niedliches Eichhörnchen:

Entenwiese:

Warten auf Brot:

8. März 2015

Photos

Spaziergang:

Futtersuche:

Abflugbereit:

Ente:

Über den Dächern:

Kroketten:

Kraniche:

6. März 2015

Kulleraugen

Augen, die kullern. Ihr wisst schon.

Party:

Dings:

Eine Kuh macht muh:

Selbstbildnis:

Auf der Flucht:

2. März 2015

Damals noch... XVIII

Es war im Jahre 1963, als der Weltraumpapst eine neue Ära des Wohlstandes und der Zwielichtigkeit eingeläutet hatte. Ich arbeitete damals in einem Kessel Gulasch in einer Kleinstadt im Elsass und mein alter Freund Watzlaw versteckte sich unterm Laminat, weil er keine Dachse sehen wollte. Vieles hatte sich geändert, seit die Gürteltiere das Land kontrollierten, aber vieles auch nicht. Dafür gab es Beispiele.
Als ich eines Morgens das Haus verließ, um Lakritz zu beobachten, wurde ich mit Avocados beworfen, was ich sofort als ein Zeichen erkannte. Es gab offenbar zu viele Avocados. Ich flexte Watzlaw aus dem Laminat und legte ihm dar, dass die Avocadofarmen im Böhmerwald unser Feind waren. Er war sofort Feuer und Flamme und zog sich exaltiert seinen Anorak über.
Kaum drei Monate später saßen wir im Rübenexpress gen Osten. Wir hatten alles dabei: Flugbenzin, Rost, bunte Vierecke und Sukkulenten zum Kauen. Die Fahrt dauerte mehrere Tage und wir vertrieben uns die Zeit, indem wir imaginären Kühen Namen gaben und auf Dinge zeigten, die ein Spektrum hatten. Als wir endlich ankamen, waren wir überrascht. Der ganze Ort bestand aus Avocados. Man hatte Häuser und andere Häuser aus ihnen gebaut und auf den Straßen glitt man bis zu den Knien durch Avocados. Wir hatten eine Aufgabe.
Wir gabelten den Magistraten, um unsere Aufwartung zu machen. Dieser winkte mit einem komischen Hut und machte eine weit ausholende Geste, die auf seine Pfandflaschen hinwies. Wir staunten einen Moment lang pflichtgemäß und wünschten ihm ein gutes Pferd. Der Magistrat stellte uns einen zugereisten Bäcker als Führer zur Seite, der sich verlief. Da bereits die Dämmerung andickte, schliefen wir in einem Huhn, was bequemer klingt, als es ist. In der Morgendämmerung nahmen wir Salmiakpastillen zu uns und bemerkten, dass wir bereits auf den Feldern waren. Der gerissene Hund hatte sich gar nicht verlaufen und durfte zum Dank unsere Mützen stehlen.
Watzlaw und ich blickten uns ostentativ um und erkannten sogleich das Problem. Viele Schafe wuselten durch die Bäume und massierten die Avocados mit Bachblüten, was zu vorschneller Reife führte. Wir sprachen die Schafe auf ihren genial-hinterhältigen Plan an, die Welt zu unterjochen, indem sie durch massives Überangebot die Avocadopreise in den Keller stürzen ließen, aber sie sahen uns nur mit leeren, dämonischen Augen an. Wir boten ihnen etwas Ritalin und einige Fussel aus unseren Jackentaschen an, damit sie ihr Vorhaben aufgaben, aber sie gingen nicht darauf ein. Stattdessen zogen sie noch Lavalampen hinter sich her und schrieben Vogelnamen auf ihre Schirmmützen. Es war Zeit für drastische Maßnahmen.
Watzlaw wickelte Kaugummis um einen alten Ford und zeigte ihn den Ameisen. Wühlmäuse stoben erschrocken auf und ich warf ihnen Gallerte zu. Von irgendwo dröhnten Algen. Die Schafe erblickten dieses Schauspiel mit Entsetzen und gingen zum Möbelgeschäft, wo sie rumkuschelten. Bald war wieder alles normal und der Magistrat dankte es uns mit etwas Marzipan und einer Fichte. Watzlaw zeigte auf seinen Hut. Ich verstand. Wir nahmen bald darauf den Zug nach Bratsk, wo wir Steinpilzen Hallo sagten.