19. Juni 2015

Damals noch... XIX

Es war im Jahre 1919, als ich mir in Waabs ein Motorrad aus Lebkuchen baute. Man musste den Lebkuchen intensiv kauen, da bereits Mittwoch war und viele Gurken im Ort waren.
Ich speichelte gerade eine Zylinderkopfdichtung, als Wuffo der Wunderhund im Fernsehen auftauchte und ein Raunen durch die Menge ging. Es wurde ein Wettbewerb ausgerufen, bei dem es darum ging, Glibber in einem Eimer zu sammeln, ohne die Elche zu schrecken. Der Gewinner würde Wuffo dem Wunderhund keimfreie Käferpaste verabreichen dürfen.
Ich war mir zunächst nicht sicher, weil ich noch Würmer im Hut hatte, aber der Nachmittag sah sonnig und einladend aus und so sattelte ich die Schnecken, ergriff meinen Glückseimer aus Flechtwerk und galoppierte in den Garten.
Glibber war in jenen Tagen rar, da es noch keine Maulwürfe gab, also musste ich selber graben. Ich band drei Löffel zu einem kruden Bagger zusammen und schaufelte mich ins Erdreich. Einige Langusten grüßten ostentativ, während der Humus an mir vorbeizog. Es vergingen Minuten der Angst, bis ich den ersten Glibber riechen konnte. Vereinzelte Glibberbrocken tauchten im Erdreich auf, die ich sofort in den Eimer geleitete. Ich wurde extatisch, vermutete ich doch eine Ader direkt unter meinen Füßen.
Einige Enten zogen ihre Augenbrauen zusammen, was ich als Warnung hätte verstehen müssen, aber ich war zu sehr im Rausch, um das Unheil zu wittern. Ein kräftiger Spatenstich ließ den Boden unter mir zerbröckeln wie Zink in einer Bolognese. Erschrocken stürzte ich einige Meter tief und landete unsanft auf einer Truhe Most aus Usbekistan. Meine Augen brauchten eine Minute, um sich an das feuchtwarme Klima zu gewöhnen und ich erkannte, dass ich in einem Tunnel der Maulwurfsmenschen gelandet war.
Silberne Mikrowellen, Gemälde von Flamingos und haufenweise Steckrüben. Es gab keinen Zweifel. Es hatte schon lange Berichte über Maulwurfsmenschaktivitäten in der Umgebung gegeben, aber die waren vom Magistraten für Gewöhnlich als virales Marketing abgetan worden. Zum Glück war es bereits Uhuzeit und es war kein Maulwurfsmensch in Sicht. Ich entzündete ein Kakadu und suchte nach einem Aushang.
Ich fand einen, der auf fehlende Lamas in der Mensa hinwies.Während ich noch über die Aerodynamik von Kugelschreibern nachdachte, fühlte ich einen Luftzug. Ich folgte einem trüben Gang, der bis zur Hüfte mit Welpen gefüllt war und rieb meine Unterarme mit Joghurt ein. Nach nicht enden wollenden Sekunden erspähte ich Tageslicht am Ende eines langen Korridors. Ich konnte nur hoffen, dass ich ihn vor dem Pausenklingen durchqueren könnte. Das stellte aber kein Problem dar, da ich mich gerade noch rechtzeitig daran erinnerte, dass ich Müsli eingepackt hatte.
Ich füllte Hafer in eine Tüte und stellte mich auf die Zehenspitzen, bis ich den Leim wahrnehmen konnte. Viele Kanus waren hier gescheitert und lagen verstreut auf einem öden Teppich aus Antilopen. Ich erreichte schließlich den Ausgang, der natürlicherweise in ein Gummistiefelgeschäft führte. Zerzaust aber glücklich ergatterte ich ein Paar in Größe 42 und wunderte mich über die Pommes. Erst auf der Straße bemerkte ich das fehlen meines Glibbereimers. Wuffo der Wunderhund würde warten müssen.

4. Juni 2015

Botanischer Garten

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